Freitag, 9. November 2012
Freiwillige Arbeit in Phnom Penh
Hallo Besucher!
Nachdem ich das letzte Wochenende im S.C.A.O. Center bzw. der Schule ausserhalb von Phonm Penh verbracht habe, komme ich erst heute dazu mal wieder was in den Blog zu schreiben. Im Center hat es nur mobiles Internet, was aber sehr teuer ist. Daher moechte ich das nicht fuer meinen privaten Gebrauch nutzen.
Zu erzaehlen gibts sehr viel seit dem letzten Eintrag - wohl zuviel fuer diesen Post. Aber ein paar Eindruecke kann ich Euch vermitteln.
Ich bin letzte Woche Mittwoch im Center angekommen und wurde sehr herzlich empfangen. Im Center bzw. der Schule wohnen aktuell 18 Kinder, Mr. Sameth und seine Ehefrau sowie die Koechin Polly, Julius (ein deutscher Volunteer, der 1 Jahr dort arbeitet) und ich. Das ist eine ganze Menge...
Effektiv im Center wohnen dabei 19 Leute, 4 der groesseren Jungs wohnen in 2 Zimmern direkt an der Schule, die etwa 100 Meter vom Center entfernt ist.
Hier ein Bild vom Center:
Und hier die Bilder der "Kids":
Hier eines von der Schule:
Organisatorisch ist das eine echte Herausforderung. Das Center hat 2 Badezimmer - das ist fuer 19 Leute nicht sonderlich viel. Die Dusche funktioniert derzeit nicht - das heisst "Duschen wie damals": mit kaltem Wasser aus einem grossen Bottich und mit Hilfe einer grossen Kelle das Wasser ueber den Kopf schuetten :-) Auch "Western Toilet" hat es im Obergeschoss keine, sondern nur eine "Squat Toilet" (das hier sehr verbreitete Stehklo)...
Die meisten Leute (inkl. mir und Julius) schlafen im Obergeschoss. In einem Zimmer sind 5 Maedchen, in einem Zimmer 3 Maedchen, in einem kleinen Abstellraum am Boden 2 Jungs, zwischendrin im Durchgang sind die Betten der freiwilligen Helfer (2 Doppelbetten) und Mr. Sameth mit Frau und dem juengsten Sproessling haben das Bett neben der Eingangstuer. Unten neben der Kueche schlafen auch noch ein paar.
Effektiv haben Mr. Sameth und seine Frau nur 2 eigene Kinder hier im Center - die anderen Kinder kommen aus verschiedensten Orten des Landes. Allerdings ist keines der Kinder Vollwaise - alle haben zumindest noch einen Elternteil, wobei deren Familie sich keine Ausbildung und z.T. nicht mal ausreichende Ernaehrung fuer die Kinder leisten konnte. Im Center hier erhalten sie 3 Mahlzeiten am Tag (Reis, Reis + ?? ja, Reis) mit Fruechten und Gemuese bzw. auch etwas Fleisch oder Fisch. Pro Tag werden im Center 7 KG Reis verbraucht - den 50KG-Sack Reis gibt es am Markt fuer ca. 25 EUR. Zudem gibts ab und zu mal was Suesses von den freiwilligen Helfern oder sonstigen Helfern aus aller Welt, die gelegentlich vorbeischauen. Ab und zu koennen die Kinder auch ihre leiblichen Eltern daheim besuchen - ist aber eher die Ausnahme, weil das Geld fuer die Fahrtkosten knapp ist. Aber die Kinder fuehlen sich jedenfalls sehr wohl im Center und leben wie eine echte Familie zusammen. Manchmal wundert es mich wirklich dass trotz so vieler Kinder das ganze Center nicht im Chaos versinkt... :-)
In der Schule gibt es gratis Englisch-Unterricht fuer alle Kinder und Jugendlichen vom Dorf. Zusaetzlich wird auch noch ein Computerkurs im Center angeboten. Aktuell haben wir in der Schule wo ich bin ca. 230 Kinder (nach Ende der Regenzeit sind es dann bis zu 300) und an der neuen Schule auch etwa soviele. Die Kinder gehen zusaetzlich auch an die eigentlich kostenlose oeffentliche Schule, wo der Unterricht aber relativ muehsam ist, bzw. man taeglich dem Lehrer etwas Geld mitbringen muss, damit er einen nicht gleich wieder wegschickt.. Korruption ist generell ein Problem hier - haengt aber auch mit der unzureichenden Loehne der Lehrer, Polizisten usw. zusammen.. Zusaetzlich zum Unterricht erhalten die Schueler bei uns gelegentlich neue Schulhefte und Stifte zum schreiben.
Was alle hier freut ist, dass manchmal auch Leute aus dem Dorf zum Center kommen und z.B. etwas Reis oder Fruechte vorbeibringen als Dankeschoen fuer das Unterrichten der Kinder. Oder manchmal kommen auch Eltern zur Schule um Danke zu sagen. Wir merken die Dankbarkeit auch wenn wir mit dem Fahrrad durchs Dorf fahren und uns die Leute zuwinken oder zurufen und wir versuchen mit ein paar Worten in Khmer-Sprache zu antworten.
Alles in allem eine neue Erfahrung fuer mich, die ich nicht missen moechte. Es ist schon eine sehr grosse Umstellung wenn man auf einmal mit sovielen Leuten auf engsten Raum lebt. Privatsphaere gibt es da praktisch nie.
Von dem her geniesse ich dieses Wochenende mal wieder ein Guesthouse in Phnom Penh und werde morgen noch 2-3 Orte in der Gegend besichtigen. Sonntag geht es dann zurueck zum Center und es haben sich fuer die naechsten 2 Wochen noch 2 weitere freiwillige Helfer angekuendigt die im Center wohnen wollen... Dann wirds nochmal etwas enger.. bin mal gespannt.
Und hier grad noch ein Foto von heute mit ein paar Leuten vom Center - mit ein paar Faschingsgruessen zum bevorstehenden Wochenende :-)
In diesem Sinne bis bald & viele Gruesse aus Kambodscha!
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