Sonntag, 14. Oktober 2012
Jungle-Trek in Pai
Am Tag meiner Ankunft habe ich gleichzeitig noch einen Jungle-Trek in Pai gebucht. Es handelte sich dabei aber nicht um eine normale Wanderung sondern einen Trek mit dem heimischen Guide "Mr. Chart", der als einziger Touren in Non-Touristic Areas abseits der offiziellen Routen durchfuehrt. Man koennte Mr. Chart auch als "Crocodile Dundee" des Pai-Dschungels bezeichnen - er nennt das Gebiet auch "sein Gebiet" ;-)
Nachdem Mr. Chart mir am Mittwoch zunaechst gesagt hatte, dass der Trek erst am Freitag beginnt, rief er mich Mittwoch abend nochmals an uns sagte "morgen um 8 Uhr gehts schon los - trink nicht mehr zuviel Thai-Whisky heute abend" ;-)
Also starteten wir am Donnerstag den Trek in den Jungle - mit Guide Mr. Chart und seinem Freund "Tik", der kein einziges Wort in Englisch sprach oder verstand... Einzige weitere Teilnehmer des Treks waren Joana und Octavio - ein Paar aus Spanien.
Zu Beginn des Treks ging es querfeldein ueber Stock und Stein - durch Baeche, Straeucher, etc. Meine Goretex-Trekkingschuhe waren wenigstens wasserdicht - das Wasser der Baeche blieb IM Schuh und ging nicht mehr RAUS ;-)
Unser Trek fuehrte effektiv durch das Gebiet, welches haeufig von Fluechtlingen aus Myanmar benutzt wird, um illegal nach Thailand zu kommen. Dementsprechend sagte uns Mr. Chart, dass wir keine Leute fotografieren duerfen, die uns allenfalls begegnen.. Ausserdem hatten wir eine Pistole, ein Gewehr, eine Machete und ein paar Messer dabei.. zur Sicherheit ;-)
Nach einer 2-stuendigen Wanderung kamen wir dann zu unserem Camp. Die Unterkunft fuer die Uebernachtung mussten wir uns aber selber bauen - mit Hilfe von Bambus-Staemmen und mit Bananenblaettern als Dach. Auch das Holz fuer das Lagerfeuer (zum Kochen & Rauch zum Vertreiben der Moskitos) mussten wir selber suchen gehen.
Hier noch die "Apotheke" fuer den Trek - Thai Whisky ergaenzt um ein paar Kraeuter aus dem Urwald:
Schlussendlich war das Haus dann fertig und wir konnten uns an die Zubereitung des Abendessens machen.
Auf dem Speisplan stand:
Sticky Rice (hatten wir aus dem Dorf mitgebracht)
Fisch (geangelt im Bach neben dem Camp bzw waehrend des Treks)
Frosch (gefangen neben dem Bach)
Bambus-Wuermer (hatten wir in einem der Bambus-Staemme entdeckt)
etwas Gruenzeug aus dem Dschungel
+ etwas Schweinefleisch (Wildschwein-Fleisch von einem Freund von Mr. Chart)
Nach dem Abendessen teilte uns Mr. Chart dann mit, dass er seine Frau noch anrufen muss. Da im Camp aber kein Empfang war musste er in der Dunkelheit auf die Spitze des Huegels. Zudem wollte er nachts noch im Dschungel jagen... (die Patronen vom Gewehr im folgenden Foto hat er zum Glueck nicht verschluckt..)
Er liess uns somit zusammen mit Tik im Camp zurueck und kam erst nachts gegen 2:30 Uhr zurueck.. wir waren also alleine im Camp mit seinem Freund, der kein Wort Englisch verstand. Zum setzte starker Regen ein und wir mussten feststellen, dass wohl ein paar der Bananenblaetter zu wenig auf dem Dach unserer Unterkunft waren - es regnete mir teilweise ins Gesicht und auch der Schlafsack war vor allem am Fussende ziemlich bald nass. Das war dann doch etwas "viel Natur". Zudem hoerten wir gegen 2 Uhr einen lauten Knall der sich wie ein Schuss anhoerte - schlussendlich hatte aber ein relativ frischer Bambus-Stamm neben dem Lagerfeuer Feuer gefangen und es gab eine kleine Explosion beim Verbrennen. Mr. Chart eilte ins Lager zurueck weil er den "Schuss" aus unserer Richtung hoerte und wusste, dass er Pistole und Gewehr hatte und wir "unbewaffnet" waren. Er war dann aber beruhigt dass es sich nur um den Bambus handelte.
Nach dieser ereignisreichen Nacht und wenig Schlaf gab es zum Fruehstueck den restlichen Reis mit einem Tom Yam Curry mit Frosch und Fisch.
Fuer den "Farang" (wie die Leute aus dem Westen in Thailand genannt werden) gibt nichts schoeneres als wenn Dich schon morgens Augenpaare aus Deinem Fruehstueck-Bambusteller anschauen und Dir einen guten Start in den Tag wuenschen ...
Mein Kommentar zum Speiseplan:
Die gekochten Bambuswuermer schmeckten ganz ok - ein wenig salzig aber mit etwas Sojasauce durchaus geniessbar. Auch das Froschfleisch schmeckte erstaunlich gut. Und der Fisch - naja, ich mag ja Fisch und Seafood nicht so sehr :-)
Hier noch die Frage an die Biologen unter Euch: Ist das jetzt ein Ober- oder Unterschenkelknochen eines Froschs? :-)
Nach dem Fruehstueck ging es dann auf die knapp 5-stuendige Wanderung zurueck nach Pai - diesmal auf einem anderen Weg und nicht mehr quer durch Baeche und den Dschungel sondern ueber verschiedene "Huegel" rauf und runter - durch meterhohes Gras und Gestruepp. War doch etwas anstrengend.. vor allem die erste Stunde (ca. 900 Hoehenmeter relativ steil nach oben). Nach der Nacht mit wenig Schlaf schlug das dann kurzfristig doch etwas auf die Stimmung. Anschliessend war es dann nicht mehr so schlimm - ich war ja schon einiges aus Borneo gewohnt und dementsprechend gab es auch keinen Muskelkater mehr am naechsten Tag.
Hier noch ein paar Bilder vom Rueckweg
Nach der Rueckkehr ins Dorf musste ich mir zunaechst noch eine Unterkunft fuer die folgende Nacht suchen - in meinem vorherigen Guesthouse hatte ich schon ausgecheckt und mein uebriges "Gepaeck" waehrend des Treks im Haus von Mr. Chart verstaut. Ich fand dann aber schnell noch ein kleines, guenstiges Zimmer (ca. 4 EUR fuer eine Nacht).
Abends ging ich nochmal bei Mr. Chart vorbei und brachte ein paar Flaschen Chang Bier mit. Wir sassen dann ins Haus und quatschten noch eine ganze Weile ueber alles moegliche. Als Snack gab es einen Papaya-Salat mit Fisch (nicht schon wieder Fisch!!!!) und zwischen den Bieren nochmal etwas Thai-Whisky. Um 23 Uhr ging ich dann aber in mein Zimmer und genoss den Schlaf im kleinen, aber TROCKENEN Zimmer :-)
Falls ich es noch nicht in einem meiner vorherigen Posts erwaehnt hatte:
DAS WAR ES JETZT ENDGUELTIG ... GENUG VOM TREKKING UND KEIN DSCHUNGEL MEHR! ;-)
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